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Was gilt rechtlich als Beleidigung?

Eine Beleidigung nach § 185 StGB liegt vor, wenn eine Person einer anderen ihre Missachtung oder Nichtachtung direkt oder indirekt kundtut. Typische Formen:

  • Direkte Schimpfworte oder Herabsetzungen (z. B. „Dummkopf“, „Lügner“)

  • Beleidigende Gesten (z. B. Stinkefinger)

  • Schriftliche Beleidigungen (z. B. in Briefen, E-Mails, Online-Posts)

  • Indirekte Aussagen, die auf eine herabwürdigende Bewertung abzielen

  • Ehrverletzung gegenüber Dritten, z. B. Behörden oder Berufsgruppen

Nicht jede kritische Äußerung ist strafbar – die Grenze zur zulässigen Meinungsäußerung verläuft dort, wo die Menschenwürde oder das Persönlichkeitsrecht verletzt wird.

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Welche Strafen drohen bei einer Beleidigung?

Beleidigung wird nach deutschem Strafrecht verfolgt, wenn ein Strafantrag gestellt wird. Die möglichen Folgen:

  • Geldstrafe – häufig nach Tagessätzen bemessen

  • Freiheitsstrafe bis zu 1 Jahr, in schweren Fällen bis zu 2 Jahren (z. B. bei Tätlichkeit)

  • Eintragung ins Führungszeugnis bei höherem Strafmaß

  • Zivilrechtliche Folgen: Anspruch auf Schmerzensgeld, Unterlassung oder Richtigstellung

Strafmildernd kann wirken: Entschuldigung, Ersttat, spontane Erregung. Strafschärfend: Wiederholung, Öffentlichkeit oder verletzende Inhalte mit diskriminierendem Hintergrund.

Wie läuft ein Strafverfahren wegen Beleidigung ab?

  1. Anzeige durch die betroffene Person bei Polizei oder Staatsanwaltschaft

  2. Strafantrag (§ 194 StGB) erforderlich – innerhalb von 3 Monaten nach Kenntnis

  3. Einleitung des Ermittlungsverfahrens

  4. Vernehmung von Beschuldigten und ggf. Zeugen / Auswertung von Beweismitteln (Chats, Posts etc.)

  5. Strafbefehl oder Anklage → Einspruch / Hauptverhandlung möglich

  6. Urteil oder Einstellung des Verfahrens – je nach Beweislage und Einlassung

Wir beraten und vertreten Sie im gesamten Verfahren – vom Strafantrag bis zur Verteidigung vor Gericht.

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Wie kann man sich gegen den Vorwurf der Beleidigung verteidigen?

Nicht jede Aussage ist automatisch strafbar – Verteidigungsstrategien können sein:

  • Meinungsfreiheit gemäß Art. 5 GG – z. B. bei politischer oder gesellschaftlicher Auseinandersetzung

  • Kontextualisierung / keine ehrverletzende Absicht

  • Satire oder ironische Überzeichnung

  • Keine Kundgabe an eine bestimmte Person / nicht öffentlich wahrnehmbar

  • Missverständnis oder falsche Zurechnung

Wir prüfen Wortlaut, Kommunikationskontext und Motivation – und verteidigen Ihre Position sachlich und zielgerichtet.

Was sollten Sie bei einer Anzeige wegen Beleidigung beachten?

  • Keine Aussage ohne anwaltliche Beratung, auch wenn es „nur“ eine Beleidigung ist

  • Sichern Sie Gesprächsverläufe oder Beweismittel (z. B. Screenshots, Chatverläufe)

  • Reagieren Sie auf einen Strafbefehl fristgerecht (2 Wochen Einspruch möglich)

  • Lassen Sie auch eine Gegendarstellung oder Gegenanzeige prüfen

  • Vermeiden Sie weitere Äußerungen zur Sache – auch online

Wir helfen Ihnen, sachlich zu bleiben und Ihre Rechte rechtssicher zu vertreten.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wenn eine herabwürdigende Äußerung gegenüber einer Person erfolgt, vorsätzlich und geeignet, deren Ehre zu verletzen.
Ja – bei Beleidigung ist die Strafverfolgung grundsätzlich antragsabhängig und innerhalb von 3 Monaten zu stellen.
Ja – z. B. mit Unterlassungsklage, Gegendarstellung oder Schmerzensgeldforderung nach § 823 BGB.

Warum Sie sich bei Beleidigungsvorwürfen an uns wenden sollten

Unsere Kanzlei ist spezialisiert auf Strafverteidigung bei Äußerungsdelikten. Wir:

  • vertreten Beschuldigte oder Betroffene im Ermittlungs- und Strafverfahren

  • prüfen Äußerungen im Kontext von Meinungsfreiheit und Rechtsprechung

  • wehren unbegründete Strafanträge ab – oder erwirken Verfahrenseinstellungen

  • begleiten auch zivilrechtlich bei Unterlassung oder Gegendarstellung

  • vertreten Sie kompetent in der Hauptverhandlung oder im Strafbefehlsverfahren

Ob Wortwahl oder Kommunikationskonflikt – wir stehen an Ihrer Seite.

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